Das Wichtigste in Kürze
- 'Benachteiligtes Gebiet' nach EU-Definition für landwirtschaftlich schwer nutzbare Lagen
- Im EEG seit 2017 für Solar-Freiflächen geöffnet — privilegierter Anlagentyp
- Pachten häufig 10-20% über vergleichbaren nicht-privilegierten Lagen
- Bundesweit etwa 30% der landwirtschaftlichen Flächen betroffen
- Schwerpunkte: Mittelgebirge, Küstenflächen, Niedermoorlagen
"Benachteiligtes Gebiet" ist ein Begriff aus der EU-Agrarpolitik, der landwirtschaftlich schwer nutzbare Flächen beschreibt — typisch Mittelgebirgslagen, Küstenflächen und Niedermoore. Was für die Landwirtschaft eine Belastung darstellt (geringere Erträge, höhere Bewirtschaftungskosten), ist für die Solar-Pacht ein Vorteil: Seit 2017 sind Solar-Freiflächen in benachteiligten Gebieten in der EEG-Ausschreibung privilegiert.
Wer eine Fläche in einem benachteiligten Gebiet besitzt, kann häufig eine höhere Solar-Pacht erzielen als in vergleichbaren nicht-privilegierten Lagen — typisch 10-20 % Aufschlag. Wir vermitteln 2026 zunehmend solche Standorte, vor allem in Bayern (Mittelfranken, Oberpfalz), Niedersachsen (Heide-Lagen), Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz.
Definition und Hintergrund
Die EU-Verordnung Nr. 1305/2013 definiert "Benachteiligte Gebiete" (Areas with Natural Constraints, ANC) als Flächen mit erheblichen natürlichen Bewirtschaftungs-Beschränkungen. Die Kategorien:
- Berggebiete: Flächen über 600 m NN oder mit Hanglagen über 20%
- Sonstige benachteiligte Gebiete: Lagen mit geringer Bodenertragsfähigkeit, geringer Bevölkerungsdichte, schwierigen Klima- oder Wasserverhältnissen
- Spezifische Gebiete: Inseln, Küstenflächen, andere Sonderkategorien
In Deutschland sind etwa 30 % der landwirtschaftlichen Flächen als benachteiligte Gebiete eingestuft. Landwirte in diesen Lagen erhalten zusätzliche Ausgleichszahlungen von der EU — eine Anerkennung der erschwerten Bewirtschaftung.
Solar-Privilegierung im EEG
Seit dem EEG 2017 sind Solar-Freiflächen in benachteiligten Gebieten in den BNetzA-Ausschreibungen privilegiert. Konkret heißt das:
- Eigene Kontingentierung in den Ausschreibungen
- Teils eigene Höchstwerte (in der Regel etwas über den allgemeinen)
- Bevorzugte Bauleitplanungs-Praxis in vielen Bundesländern
- Höhere Akzeptanz bei Kommunen (landwirtschaftliche Nutzung ohnehin schwierig)
Diese Privilegierung schlägt sich in höheren Pachten nieder — typisch 10-20 % über vergleichbaren nicht-privilegierten Lagen.
Wie erkenne ich, ob meine Fläche im benachteiligten Gebiet liegt?
Die Einstufung erfolgt durch die zuständige Landwirtschaftsverwaltung des jeweiligen Bundeslandes. Praktische Wege:
- Landesamt-Anfrage: Die Landwirtschaftsverwaltung des Bundeslandes (z.B. Bayerisches StMELF) führt Listen der benachteiligten Gemeinden/Gemarkungen
- InVeKoS-Daten: Wenn Sie GAP-Direktzahlungen beziehen und einen Ausgleichszuschlag für benachteiligte Gebiete erhalten, liegt Ihre Fläche im Gebiet
- Geoportal: Die meisten Bundesländer haben digitale Karten mit den ANC-Gebieten
- Über uns: Wir prüfen das im Rahmen unserer Standortbewertung kostenfrei mit
Beispiel-Bundesländer mit großen ANC-Anteilen
- Bayern: ~50% der landwirtschaftlichen Fläche, vor allem Mittel- und Unterfranken, Oberpfalz, Bayerischer Wald
- Niedersachsen: Heideflächen (Lüneburger Heide), Geestlagen, Moor- und Anmoorflächen
- Schleswig-Holstein: Geest-Lagen außerhalb der Marschen, Inselgebiete
- Rheinland-Pfalz: Eifel, Hunsrück, Westerwald
- Hessen: Vogelsberg, Rhön, Burgwald
- Sachsen / Thüringen: Erzgebirge, Thüringer Wald
Was bedeutet das wirtschaftlich?
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Häufige Fragen
Was ist ein 'Benachteiligtes Gebiet'?
Eine landwirtschaftliche Fläche mit erheblichen natürlichen Bewirtschaftungs-Beschränkungen nach EU-Verordnung 1305/2013. Dazu gehören Berggebiete, sonstige benachteiligte Lagen und spezifische Gebiete wie Inseln. In Deutschland sind etwa 30% der landwirtschaftlichen Flächen so eingestuft.
Welche Solar-Vorteile bietet ein benachteiligtes Gebiet?
Seit 2017 sind Solar-Freiflächen in benachteiligten Gebieten in den BNetzA-Ausschreibungen privilegiert. Das führt zu typisch 10-20% höheren Pachten gegenüber vergleichbaren nicht-privilegierten Lagen.
Wie finde ich heraus, ob meine Fläche im benachteiligten Gebiet liegt?
Über das zuständige Landwirtschaftsamt, über InVeKoS-Daten (wenn Sie GAP-Direktzahlungen mit ANC-Zuschlag beziehen), über das Geoportal Ihres Bundeslandes oder einfach über unsere kostenfreie Standortbewertung.
Lohnt sich Solar in benachteiligten Lagen besonders?
Ja, weil zwei Faktoren zusammenkommen: erstens die niedrigeren Opportunitätskosten (landwirtschaftliche Nutzung ist schwierig oder unwirtschaftlich), zweitens die EEG-Privilegierung mit höheren Pachten.