Das Wichtigste in Kürze
- Konversionsflächen = ehemalige militärisch/industriell/verkehrlich genutzte Flächen
- In EEG-Ausschreibungen privilegiert — eigener Anlagentyp
- Pachten typisch 15-30% höher als auf vergleichbaren klassischen Standorten
- Hauptkategorien: Tagebau, Militär, Industrie, Bahn, Konversion sonstiger Art
- Bundesländer mit großem Potenzial: Sachsen, Brandenburg, NRW, MV, RLP
Konversionsflächen sind eines der attraktivsten Segmente im deutschen Solar-Pachtmarkt 2026. Der Gesetzgeber hat sie in den EEG-Ausschreibungen explizit privilegiert — als Anerkennung dafür, dass diese Flächen ohnehin nicht mehr landwirtschaftlich nutzbar sind und die Solar-Nutzung eine sinnvolle Folgenutzung darstellt. Für Verpächter solcher Flächen bedeutet das: deutlich höhere Pachten als auf vergleichbaren klassischen Standorten.
Wir vermitteln 2026 verstärkt Konversionsflächen — vor allem in den ostdeutschen Bundesländern (Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt) mit ihren erheblichen Tagebau-Restflächen, in NRW mit dem Steinkohle-Strukturwandel, in Rheinland-Pfalz mit ehemaligen US-Militärflächen und in Mecklenburg-Vorpommern mit ehemaligen NVA-Liegenschaften.
Was zählt als Konversionsfläche im EEG?
Das EEG definiert Konversionsflächen als Flächen, die infrastrukturell vorgenutzt sind und nun einer neuen Nutzung zugeführt werden. Die wichtigsten Kategorien:
| Kategorie | Beispiele |
|---|---|
| Tagebau-Konversion | Rekultivierte Braunkohle-Tagebauflächen, Steinkohle-Halden |
| Militär-Konversion | Ehemalige Truppenübungsplätze, Kasernen, Flughäfen (US, NVA, Bundeswehr) |
| Industrie-Konversion | Ehemalige Werke, Kraftwerksstandorte, Chemieareale |
| Bahn-Konversion | Ehemalige Bahnflächen, Rangierbahnhöfe, Werkstattflächen |
| Sonstige Konversion | Ehemalige Deponien (rekultiviert), Lagerflächen |
Warum sind Konversionsflächen privilegiert?
Konversionsflächen haben mehrere Eigenschaften, die sie für Solar-Nutzung besonders geeignet machen:
- Bereits versiegelt oder degradiert — kein zusätzlicher Eingriff in Naturlandschaft
- Häufig gute Erschließung (alte Anschluss-Infrastruktur nutzbar)
- Geringere Naturschutz-Konflikte als bei landwirtschaftlichen Flächen
- Politische Akzeptanz höher (Folgenutzung als positive Wirtschaftsentwicklung)
- Oft große zusammenhängende Flächen verfügbar (50+ ha)
Im EEG werden Konversionsflächen als eigene Anlagenkategorie behandelt, mit eigenen Höchstwerten in den Ausschreibungen. Das führt in der Praxis zu Pachten, die typisch 15-30 % über den klassischen Freiflächen-Standorten liegen.
Praxisbeispiel: Lausitzer Tagebau-Konversion
Spezielle Bauleitplanung
Konversionsflächen-Projekte haben spezifische bauleitplanerische Anforderungen:
- Altlasten-Erkundung: Bei Industrie- und Tagebau-Konversion sind Bodenuntersuchungen Pflicht
- Vorzugsweise: vereinfachtes Verfahren: Bei vielen Konversionsflächen entfällt die UVP
- Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung: Häufig sehr günstig bewertet
- Rückbauverpflichtungen: Sollten klar definiert sein — wer trägt was?
Risiken und Stolpersteine
Konversionsflächen bieten erhebliche Chancen, aber auch spezifische Risiken:
- Altlasten: Verseuchungen können Bauprojekte erheblich verzögern oder verteuern
- Statische Probleme: Tagebau-Konversion mit nicht voll konsolidierten Setzungen
- Eigentumsverhältnisse: Oft komplex (Treuhandanstalt-Erbe, ehemalige öffentliche Hand)
- Netzanschluss: Alte Anschluss-Infrastruktur kann veraltet oder nicht mehr verfügbar sein
Vor Vermittlung prüfen wir alle diese Aspekte sorgfältig — und ziehen ggf. einen Bodengutachter oder Altlastensachverständigen hinzu.
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Häufige Fragen
Was ist eine Konversionsfläche im EEG-Sinne?
Eine infrastrukturell vorgenutzte Fläche, die einer neuen Nutzung zugeführt wird. Dazu gehören rekultivierte Tagebauflächen, ehemalige militärische Liegenschaften, Industrieflächen, Bahnflächen und ähnliche Areale. Im EEG werden sie als eigene Anlagenkategorie privilegiert.
Wie hoch ist der Konversions-Bonus?
Typisch 15-30% höhere Pacht gegenüber vergleichbaren klassischen Standorten. Die exakte Höhe hängt von Lage, Größe und Erschließungszustand der Konversionsfläche ab.
Was sind die größten Risiken bei Konversionsflächen?
Vor allem Altlasten (Bodenverseuchungen), statische Probleme (bei Tagebau-Konversion mit nicht voll konsolidierten Setzungen) und komplexe Eigentumsverhältnisse. Wir prüfen vor Vermittlung alle diese Aspekte.
Welche Bundesländer haben das größte Konversions-Potenzial?
Brandenburg und Sachsen (Tagebau-Strukturwandel), NRW (Steinkohle), Sachsen-Anhalt (Chemie und Bergbau), Rheinland-Pfalz (US-Militär), Mecklenburg-Vorpommern (NVA-Liegenschaften), Saarland (Bergbau).