Das Wichtigste in Kürze
- Wind-Pacht pro Anlage: 60.000 bis 100.000 €/Jahr (Premium-Standorte) vs. Solar-Pacht: 3.500 €/ha/Jahr.
- Wind erfordert geeigneten Standort (Windhöffigkeit) und sehr langwierige Genehmigung (4 bis 7 Jahre).
- Solar ist deutlich einfacher zu genehmigen (12 bis 24 Monate), mit höherer Erfolgsquote.
- Wenn beide möglich: Wind bringt absolut mehr Pacht, Solar ist deutlich kalkulierbarer und planbarer.
In wind-starken Bundesländern (Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, MV) konkurrieren Solar- und Windenergie oft um dieselben Flächen. Verpächter mit geeigneten Großflächen stehen damit vor der Wahl: Welche Option bringt mehr — finanziell, strategisch, persönlich? Wir vergleichen ehrlich.
Direkter Vergleich Solar vs. Wind
| Kriterium | Solarpark | Windkraftanlage |
|---|---|---|
| Pacht (typisch) | 3.000 – 5.000 €/ha/Jahr | 60.000 – 100.000 €/Anlage/Jahr |
| Flächenbedarf | Großflächen (5 – 50 ha) | Kleine Standflächen + Abstandsflächen |
| Genehmigungsdauer | 12 – 24 Monate | 4 – 7 Jahre |
| Realisierungswahrscheinlichkeit | ~85 % | ~50 % (BImSchG-Verfahren) |
| Sichtbarkeit / Akzeptanz | gering bis mittel | hoch (Konfliktpotenzial) |
| Pacht pro Hektar | ~3.500 €/ha | variabel (10.000 – 30.000 €/ha) |
| Vertragslaufzeit | 25 – 30 Jahre | 20 – 30 Jahre |
| Rückbau | vollständig, einfach | komplex (Fundamente) |
| Inflationsschutz | VPI-Indexierung Standard | VPI-Indexierung Standard |
Wind-Pacht: Mehr Geld, mehr Risiko
Eine moderne Windkraftanlage (5 bis 7 MW) bringt heute Pachten von 60.000 bis 100.000 Euro pro Jahr, in Premium-Standorten auch mehr. Bei einer Vertragslaufzeit von 25 bis 30 Jahren summiert sich das auf 2 bis 3 Millionen Euro pro Anlage. Wenn der Verpächter mehrere Anlagen auf seiner Fläche zulässt, kann das schnell in 7-stellige Jahreserträge gehen.
Die Kehrseite: Wind-Projekte sind in der Genehmigung erheblich komplexer. Das BImSchG-Verfahren (Bundesimmissionsschutzgesetz) für Windkraftanlagen dauert typischerweise 4 bis 7 Jahre. Die Erfolgsquote — gemessen an angegangenen Projekten gegenüber realisierten Projekten — liegt nur bei etwa 50 Prozent. Naturschutz-Restriktionen (Vogelarten, Fledermäuse), Abstandsregelungen, Schallschutz und kommunale Widerstände sind die häufigsten Hürden.
Solar-Pacht: Weniger Geld, mehr Kalkulierbarkeit
Eine 10-Hektar-Solar-Pacht bringt 30.000 bis 50.000 Euro pro Jahr — deutlich weniger als eine einzelne Windanlage. Aber: Die Realisierungswahrscheinlichkeit liegt bei etwa 85 Prozent, die Genehmigungsdauer ist mit 12 bis 24 Monaten erheblich kürzer, und der kommunale Konflikt ist meist überschaubar.
Wenn Sie mehrere Hektar haben (10 ha plus) und auch realistische Solar-Pachten erzielen können, ist Solar in Summe vergleichbar oder höher als ein einzelnes Windrad — bei wesentlich geringerem Projektrisiko.
Welcher Standort eignet sich wofür?
Solar bevorzugen, wenn:
- Fläche ist 5 ha oder größer und hat 200-m-Privilegierung nach § 35 BauGB
- Konversionsfläche (ehemalige Militär-, Industrie-, Bergbau-Standorte)
- Mittlere bis gute Sonneneinstrahlung (Volllaststunden 950+)
- Eine schnelle, kalkulierbare Realisierung gewünscht ist
- Kommunale Akzeptanz wichtig ist
Wind bevorzugen, wenn:
- Standort hat dokumentiert hohe Windhöffigkeit (mind. 6 m/s im Jahresmittel)
- Ausreichend Abstand zu Wohnbebauung (1.000 m+) gegeben
- Keine kritischen Vogelarten (Rot-/Schwarzmilan, Schreiadler) im Umfeld
- Bereitschaft zu langer Projektphase (4 bis 7 Jahre) und höherem Projektrisiko
- Wenige Hektar verfügbar und maximaler Ertrag gewünscht
Kombinations-Modelle: Wind + Solar auf derselben Fläche
In einigen Bundesländern werden seit kurzem auch Kombi-Projekte realisiert: Windkraftanlage(n) plus Solarmodule auf derselben Fläche. Das ist räumlich möglich, weil die Windanlagen nur kleine Standflächen brauchen und die Abstandsflächen für Solar nutzbar sind. Wirtschaftlich kombinieren sich die Pachten — Verpächter können beides parallel verdienen.
Diese Kombi-Modelle sind komplex und nur in spezifischen Konstellationen sinnvoll. Wir vermitteln solche Projekte selektiv und in Zusammenarbeit mit Wind-Spezialisten.
Die meiste Praxis: Wenn Wind nicht klappt, kommt Solar
Häufiges Muster in Wind-starken Regionen: Ein Wind-Projektierer prüft die Fläche, scheitert nach 2 bis 3 Jahren an der Genehmigung (Vogelschutz, Schallschutz, kommunale Akzeptanz) — und der Verpächter wechselt dann auf Solar. Das funktioniert in vielen Fällen problemlos, kostet aber 2 bis 3 Jahre Zeit ohne Ertrag. Daher unsere Empfehlung: Wenn Wind unsicher erscheint (Naturschutz, Akzeptanz, lange Projektdauer), Solar von Anfang an als Alternative prüfen.
Konkurrierende Angebote für Ihre Fläche?
Wir holen aus unserem Projektierer-Netzwerk konkurrierende Vergleichsangebote ein — kostenlos für Verpächter.
Häufige Fragen
Bringt Wind mehr als Solar?
Pro einzelner Windanlage in absoluten Zahlen ja (60.000 bis 100.000 €/Jahr vs. 35.000 €/Jahr bei 10 ha Solar). Pro Hektar oft vergleichbar. Aber Wind-Realisierung dauert 4 bis 7 Jahre mit ~50% Erfolg, Solar 12 bis 24 Monate mit ~85% Erfolg.
Was ist einfacher zu realisieren?
Solar — deutlich. Genehmigungsdauer 12 bis 24 Monate vs. 4 bis 7 Jahre bei Wind. Erfolgsquote 85 % vs. 50 %. Geringere kommunale Konflikte.
Kann ich Wind und Solar kombinieren?
Ja, in spezifischen Konstellationen — sogenannte Kombi-Projekte. Die Pachten kombinieren sich. Wir vermitteln das selektiv und in Zusammenarbeit mit Wind-Spezialisten.
Was tun, wenn Wind nicht klappt?
Solar als Alternative prüfen. Sehr häufiges Muster: Wind-Projekt scheitert nach 2 bis 3 Jahren, dann Solar in 12 bis 24 Monaten realisiert. Wir empfehlen, Solar von Anfang an als Plan-B oder Plan-A zu prüfen.